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Band 2

Zwischen Beraten und Dozieren: Praxis, Reflexion und Anregungen für die Hochschullehre (Hrsg. G. Thomann, M. Honegger & P. Suter)

Gefilmtes Interview mit den Herausgebenden

Unter «Dozieren» im Hochschulalltag wird in der Regel immer noch Unterrichten, Erzählen, Vorzeigen, Vorlesungen Halten verstanden. Ein Klischee?

Mit der Fokussierung auf Aneignungsprozesse von Lernenden und durch die strukturelle Prämisse des Selbststudiums nehmen individualisierte Lernsettings wie Projektlernen, Fallstudienbearbeitungen, Onlinephasen mit Aufgaben etc. zu. Dozierende sind hierbei oft beratend oder begleitend tätig. Dadurch eröffnen sich Fragen wie:

  • Können Lehrende überhaupt beraten, wenn sie auch noch beurteilen sollen? Ist dann die Beratung sozuagen ein «Wolf im Schafspelz»?
  • Wie kann man in der Funktion als Fachexpertin oder -experte beraten?
  • Erhalten Lehrende zu wenig Aufmerksamkeit, wen sie «nur» beratend tätig sind oder schafft Beratung plötzlich zu viel Nähe?
  • Wollen sich Studierende überhaupt beraten lassen?
  • Wie lassen sich Beratungssiutationen im Lehralltag adäquat und professionell gestalten?

In der vorliegenden Textsammlung werden Rahmenbedingungen, Ansprüche und Praxen beratender Tätigkeit im Lehralltag an Hochschulen und damit verbundene Spannungsfelder thematisiert. Damit soll eine Annäherung an ein Beratungsverständnis im Hochschulalltag und eine Diskussion darüber ermöglicht werden.

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Gefilmtes Interview mit den Herausgebenden

Die folgenden drei Filme sind Ausschnitte aus einem längeren Interview, das der Journalist Dominique Eigenmann mit den drei Herausgebenden Geri Thomann, Monique Honegger und Peter Suter geführt hat. Die Aufteilung in drei Teile erlaubt es, einzelne Filmabschnitte als eigenständige Teile anzusehen.

Ausschnitt 1: Typische Beratungssituationen und strukturelle Probleme

Die Herausgebenden geben Beispiele aus ihrer Beratungspraxis. Dabei zeigt sich: Verschiedene Beratungssituationen führen zu unterschiedlichen Problemen bei der Beratung. Gemeinsam ist allen die Schwierigkeit, dass die beratende Person neben der zentralen Beratungsrolle stets noch andere Rollen einnehmen muss – etwa die Rolle des Beurteilenden, der Qualitätskontrolle.

  • Inwiefern verunmöglichen solche Mehrfachrollen eine seriöse Beratung?
  • Bewirkt die Doppelrolle Beraten-Beurteilen eine Befangenheit beim Beurteilen, die letztlich eine seriöse Beurteilung verhindert?
  • Oder ergeben sich gerade aufgrund dieser Doppelrolle auch positive Effekte für die Klienten?

Ausschnitt 2: Wann beraten wir gerne, wann nervt die Beratung?

Beim bilateralen Beraten ergeben sich andere Knackpunkte als beim Dozieren. Beratung kann höchst befriedigend sein, doch es gibt auch klassische Aspekte, die beim Beraten anstrengen. Anhand von praktischen Beispielen wird dieses Spannungsfeld zwischen Freude und Ärger für die Beratenden diskutiert.

Ausschnitt 3: Wann und warum lassen sich Studierende gerne beraten?

Im Fokus stehen in diesem Teil Studierende, die beraten werden. Beratung kann zwar von Studierenden manchmal als Kontrolle, als Übersteuerung durch Dozierende erlebt werden. Es gibt jedoch spezifische Situationen, in denen Studierende auf Beratungen positiv ansprechen. Solche und die Gründe dafür stehen im Zentrum des dritten Filmteils.